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FDP-Kreistagsfraktion informiert sich über die aktuelle wirtschaftliche Lage im Handwerk in den Kreisen Steinfurt und Warendorf

Die FDP-Kreistagsfraktion Steinfurt hat erneut das Gespräch mit Frank Tischner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt/Warendorf, gesucht. Der Austausch findet in regelmäßigem, etwa zweijährigem Abstand statt und dient der Unterrichtung der Fraktion über die wirtschaftliche Lage im regionalen Handwerk.

In seinem Impulsvortrag zeichnete Tischner ein insgesamt optimistisches Bild der Branche. In den 23 Innungen der Kreishandwerkerschaft erweise sich die Zahl der Beschäftigten als stabil. Die Zahl der Auszubildenden steige nach dem Rückgang in den Coronajahren wieder an. Etwa 16 Prozent der Auszubildenden im Handwerk seien weiblich; auch in klassischen Männerberufen nehme dieser Anteil zu. Tischner nannte als Beispiel die zuletzt durchgeführte Lossprechung von vier Zimmerinnen.

Breiten Raum nahm das Thema Fachkräftegewinnung aus dem Ausland ein. Die Anwerbung und das Onboarding von Auszubildenden mit Migrationsgeschichte habe sich eingespielt. Kooperationen mit Partnerländern wie Südafrika und Jordanien hätten sich als Musterbeispiele erwiesen. Auch die Integration von Auszubildenden mit Fluchterfahrung aus Syrien und der Ukraine verlaufe erfolgreich.

Tischner und die FDP-Kommunalpolitiker verwiesen in diesem Zusammenhang übereinstimmend auf die Bedeutung der Sprachkurse in der Integrationsarbeit. Diese waren zuletzt auf die Streichliste des nordrhein-westfälischen Innenministeriums geraten. Dr. Ekkehard Grützner (Wettringen), Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, formulierte die Position der Fraktion dazu klar:

„Sprachkurse sind keine nachrangige Sozialleistung, sondern eine Voraussetzung für gelingende Integration in den Arbeitsmarkt. Wer hier kürzt, spart an der falschen Stelle – und gefährdet den Ausbildungserfolg, den wir uns gemeinsam erarbeitet haben.“ – Dr. Ekkehard Grützner, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion Steinfurt,

Auf Nachfrage äußerte sich Tischner auch zur Integration von Künstlicher Intelligenz in die Handwerksbetriebe: Diese sei in vollem Gange. Er zeigte sich zuversichtlich, dass KI-Technologien die Qualität der Arbeit im Handwerk steigern werden. Einen Arbeitsplatzverlust durch den Einsatz dieser Techniken befürchte er nicht.

Abschließend stand die Betriebsnachfolge auf der Tagesordnung. Tischner verwies auf das Nachfolgeprogramm der Kreishandwerkerschaft, das in den Betrieben intensiv genutzt werde. Sowohl abgebende Firmeninhaber als auch übernehmende Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer bewerteten das Programm als hilfreich.